Geschichte Dorf und Amt Aschach

Zeitübersicht Aschach

Die gesamte Chronik Aschachs ist in dem Buch Bad Bocklet – Geschichte der Ortsteile Aschach und Großenbrach enthalten. Sie hier darzustellen würde zu sehr ins Detail gehen. Wir begnügen uns hier mit den wichtigsten Stichpunkten.

Der Ort hat eine bewegte Geschichte mit vielen bedeutenden Zeiten, Ereignissen und Änderungen hinter sich. Aschach war über 400 Jahre „Amt“ und anschließend Rentamt.

1967 fasste der Markt Aschach den Beschluss, ein eigenes Wappen anzunehmen. Mit Schreiben der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns vom 7. August 1967 wurde der Wappenvorschlag fachaufsichtlich gebilligt und vom Innenministerium am 13. Oktober 1967 genehmigt. Die amtliche Beschreibung der stilisierten Schlossdarstellung lautet wie folgt: In Rot eine silberne Burg, der unten ein goldenes Schildchen aufgelegt ist; darin auf grünem Dreiberg stehend eine rot bewehrte schwarze Henne. Für die geschichtliche Entwicklung des Marktes Aschach war das zunächst unter der Herrschaft der Grafen von Henneberg und dann des Hochstifts stehende Schloss von grundlegender Bedeutung.

Zeittafel

Vor Chr. Vorgeschichtliche Siedlungen aus der Urnenfelderzeit um 800 v. Chr. im Nachbarort Großenbrach.

Ab 5. Jh. v.Chr. Die Kelten sind als erstes Volk namentlich nachweisbar. Ortsnamen auf -ach (= Wasser, germ. bach, lat. aqua) wie Aschach, Steinach oder Stralsbach weisen darauf hin. Sie werden ab dem 1. vorchristlichen Jahrhundert von den Germanen aus nördlicher Richtung und den Roemern von Süden her verdraengt oder deren Völkern angepasst.

ca. 250 Die Franken (= Freie) breiten sich aus dem Weser-Rhein-Gebiet in der Völkerwanderungzeit hier aus.

741/42 Bonifatius gründet das Bistum Würzburg. Die Christianisierung des Main-Saale-Gebietes beginnt. Fränkische Adelige roden Wälder und siedeln sich an.

750 - 950 Der Ort liegt seit der Karolingerzeit an der Grenze der Wälder der Fürstabtei Fulda (Klauswald) und dem Fürstbistum Würzburg (Salzforst).

8. Jh. Entstehungszeit des Klösterchens „St. Dionysius“ bei Kleinbrach, es bestand bis in das 16. Jh.

Um 840 Das Kloster Fulda besaß in Kissingen seinen größten Fronhof. Die Salz-gewinnung dort war für Fulda dort von Bedeutung.

867 Erste urkundliche Erwähnung als „Ascaha“. Bentilo schenkt laut einer Urkunde dem Kloster Fulda Felder in Ascaha.

1059 erste Nennung des Baches Aschach

1165 Aschach kommt vermutlich erstmals urkundlich vor

12/13. Jh. Bau der Burg Aschach. Die Ansätze für die Zeit der Erbauung liegen zwischen 1190 und 1277.

1197 Als Besitzer der Schloßmühle in Aschach wird Minnesänger Graf Otto von Bodenlauben genannt.

1244 Die ehem. Mühle an der Aschach (Schenkung an das Kloster Frauenroth wird erstmals urkundlich erwähnt, der Ort existierte jedoch wahrscheinlich schon im 9 Jh. (evtl. Ascaha = Eschenwasser im Jahr 867). Die Gemahlin des Grafen Otto von Bodenlauben Beatrice wohnt später im Schloß.

1245 Wird Burg und Schloßmühle in Aschach des Grafen Poppo von Henneberg urkundlich erwähnt. Der Saalgaugraf errichtet gegen die bischöflichen Salzforstsiedlungen Aschach und Burkardroth die Orte Stralsbach und Neuses od. Neuseß (1413 Nuseß, 1458 Newsesz zu Ascha, 1512 Neuses bei Ascha).

1262 Als Graf Otto der I. von Bodenlauben stirbt übernimmt sein Bruder Graf Poppo IV. von Henneberg Aschach der es an seinen Sohn Heinrich III. vererbt.

1274 Das alt - hennebergische Land wurde nach dem Tode von Heinrich III. an seine drei Söhne aufgeteilt. Es entstand die Linie Henneberg-Aschach unter Hermann II.

1277 Graf Hermann II. von Henneberg wählt die Burg Aschach zu seinem Stammsitz

1326 Nennung eines Pfarrers von Aschach, somit auch eine Kirche vorhanden

1344 Die Cent Aschaw wurde erstmals urkundlich erwähnt. In Aschach treffen drei Centbezirke aufeinander. Der Bach Aschach war Zentgrenze =Pfarrgrenze=Salzforstgrenze bis ins 16te Jh.

1355 Ersterwähnung der ‚Cent Aschach‘

1359 Verpfändung von Cent und Burg an den Burggrafen Albrecht von Nürnberg

1378 Aschach ist nicht mehr Residenz der Grafen von Henneberg sondern Römhild.

1379 Die Henneberger und der Bischof stehen sich vor Aschach feindlich gegenüber.

1391 Die "Feste" Aschach und das Amt gehen an die Grafen von Bibra über.

14. Jh. Die spätmittelalterliche Siedlung Bremersdorf an der Ilgenwiese unterhalb des Klaushofs wird Ende des 14. Jh. aufgegeben. In der Nähe von Aschach befanden sich noch die Wüstungen Neuses, Martinswinden und Volkerod. In dem zusammenhängenden südlichen Salzforst zwischen Aura und Aschach gibt es 12 Siedlungen (im Spätmittelalter nach dem 30jährigen Krieg und den Pestjahren aufgegeben). Das Waldgebiet, das der Rhön nach Süden vorgelagert ist, liegt im Buntsandstein, der für Ackerland weniger geeignet ist. Deshalb galt früher die Rhön auch als armer Landstrich.

1401 Aschach wird durch Verkauf würzburgisch.

1409 Der Fürstbischof verpfändet Schloss und Amt an Hildebrand von Thüngen und löst es 1412 wieder ein

1430 Hussiteneinfall in Franken.

1434 Der Bischof verkauft Aschach an Graf Georg I. von Henneberg.

1447 Der Bau der Pfarrkirche wird begonnen.

1449/50 1. Markgrafenkrieg.

1458 In einer Urkunde wird der Ortsname Ascha belegt (Waldaschach (1594).

1491 Aschach wird wieder würzburgisch. Der Fürstbischof übernimmt Burg und Amt Aschach von der aussterbenden Aschacher Linie der Henne-berger. In einem langen Zeitraum danach wachsen die einzelnen Sied-lungen Aschach, Neusetz und Burglehen zusammen. Graf Otto IV wurde als letzter regierender Henneberger der Aschacher Linie zum Bischöflicher Amtmann auf seinem (ehemaligen) Schloss.

1525 Reformation und Bauernkrieg. Der gefürchtete Auraer Haufen plünderte und sengte die Schlossanlage.

1527–30 Wiederherstellung Kleines Schloss

1532 Neue Maßwerkfenster in der Kirche.

1535 Aschacher Linie der Henneberger stirbt aus.

1552/53 2. Markgrafenkrieg. Albrecht Alcibiades, der ungestüme Markgraf von Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth, versucht Franken unter seiner Hoheit zu vereinigen.

1555 Markgräfler Krieg. Der "wilde" Markgraf Albrecht von Brandenburg steckt Großes Schloss in Brand

1571–73 Fürstbischof von Wirsberg lässt vierstöckigen Prachtbau wieder erstehen. 1579 (?) Fertigstellung der Wiedererrichtung des Schlosses in seiner heutigen Gestalt.

1582 Erste Hinrichtung. Erinnerung an das Schöffengericht durch den Flurnamen „Hochgericht“ und „Galgen“.

1590 Bocklet wird aus der Grosspfarrei Steinach /Unter- ebersbach getrennt und der Pfarrei Aschach angegliedert

1594 Bischof Julius Echter von Mespelbrunn läßt ein stattliches Fachwerkhaus (Schlossstrasse 16) für seinen Bruder Valentin Echter, Kaiserl. Hofrat und Amtmann zu Aschach und Kissingen, errichten.

1600 Fürstbischöflicher Brauerei wird errichtet und Brauereikeller wird in die Hangterasse entlang der Schlossstraße gebaut. Nach 1600 gehörten zum Amt Aschach folgende 28 Dörfer:Albertshausen, Aschach, Bocklet, Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Großenbrach, Haard, Hassenbach, Hohn, Katzenbach, Kleinbrach, Langenleiten, Lauter, Poppenroth, Premich, Riedenberg, Roth, Sandberg, Schlimpfhof, Schmalwasser, Stangenroth, Steinach, Stralsbach, Waldberg, Waldfenster, Wollbach, Zahlbach.

Um1600 In würzburgischen Ämtern tobt der Hexenwahn. Frauen und Männer werden gefoltert und hingerichtet

1605 Hohn wird aus der Zent Neustadt der Zent Aschach angegliedert

1609 Erhöhung des Kirchturms unter Fürstbischof Julius Echter.

1616 Dritter Kirchenbau. Erhöhung Langhaus und Ersatz einiger der spätgotischen Fenster ( aus grünem Sandstein) durch nachgotische ( aus rotem Sandstein)

1618-48 30-jähriger Krieg.

1631 Im Dreißigjährigen Krieg fällt das Frankenland an die Schweden. Ein schwedischer Obrist erhält das Amt Aschach als Geschenk

1638 Viele Soldaten in der Rhön das Vieh wird von ihnen in Aschach weggetrieben. Friedensschluss zu Münster

1639 Die Franzosen Kommen – Das Aschacher Schloss wird befestigt und mit einemHauptmann und 20 Knechten besetzt”

1641 Schweden und Franzosen ziehen plündernd durch das Saaletal (2200 Taler Geldforderung)

1643 Kissingen ist vor Soldaten nach Schloss Aschach geflohen

1648 Bayerische Truppen liegen in den Dörfern des Amtes

1655 Jetzige Orgel wird eingebaut

1662 Fürstbischof braucht Soldaten gegen die Türken. Aschach hat Einberufene mit dem Reiswagen zu ihren Truppenteilen zu befördern

1692 Auf Ansuchen des Schultheissen von Waldaschach wird Aschach zum Markt erhoben und mit fünf Märkten priviligiert.

1698 Errichtung Zehntscheune im Schloss (Frucht- und Getreidespeicher). Erhebung Aschachs zum Markt mit dem Recht jährlich fünf Jahr- und Viehmärkte abzuhalten

1699 In den 28 Amtsdörfern gab es 1198 männliche Untertanen. Ende 17. Jh. Errichtung Barockgebbäude für Amtmann (Schlossstraße 5; späteres Rentamt).

1703-04 Spanischer Erbfolgekrieg.

1717 In den Amtsdörfern gibt es 1220 männliche Untertanen von insgesamt 5701 Personen.

1732 Restaurierungen des Schlosses

1736-48 Laufende Truppeneinquartierungen in Dörfern des Amtes Aschach, so 1736/38/42/44-1748

1744 Bau einer Saalebrücke.

1756-63 7-jähriger Krieg zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia. Einfall der Preussen – „Zedwitzsche Husaren quartieren in den Dörfern des Amtes Aschach. Bis 1767 quartieren Württenberger, Kurmainzer, Franzosen

1766 Bau des ersten Schulhauses hinter dem Pfarrhaus

1774 Erbauung des Förster- bzw. Gärtnerhauses im Schloß. Ende 18. Jh. Umbau des Grossen Schlosses zur Unterbringung Rentamt und Oberförsterei mit samt Wohnungen

1794 Die Einnahmen des Amtes Aschach und Frauenroth beliefen sich auf 13 453 fl. Insgesamt betrugen die Einnahmen im Hochstift Würzburg 208 961 fl, Aschach hatte dabei den höchsten Ertrag. Vom Amt und der Kellerei Aschach wurden auch das ehemalig Kloster Frauenroth, die Vogtei Steinach und Güter, die ehemals zum Amt Trimberg gehörten verwaltet.

1796 Die Franzosen kommen! Die wildesten Zeiten des 30Jährigen Krieges werden noch überboten. Entstehung des Begriffes „Erbfeindschaft“. Erbitterte Rhönbauern bewaffnen sich. Kaiserliche Soldaten nehmen Winterquartier in Amtsdörfern.

1798 Fürstbischof Karl von Fechenbach verkauft ein Wirtshaus und die Brauerei an Georg Fritz aus Aschach

1800 Die Zahl der Männer des Amtes steig auf 1821 von zusammen 9354 Untertanen.

1801 Kurmainzische Soldaten quartieren in den Dörfern des Amtes

1802 Im Amt leben 9354 Personen. Ende des Fürstbistums Würzburg Durch die Säkularisation wird es kurpfalzbayerisch

1803 Bau des ersten Schulhauses hinter dem Pfarrhaus Würzburgisches Amt Aschach und „Centgericht“ aufgelöst – Ab jetzt ist das „Churfürstliche Landgericht“ Münnerstadt in der Rechtssprechung zuständig. Centgrafen gab es in Aschach von 1471 bis 1804.

1804 wird das Amt Aschach nach 600 Jahren aufgehoben und durch das Landgericht Kissingen ersetzt. Das Rentamt verbleibt in Aschach von bis 1865. Jetziger Friedhof entstand auf dem Geßnersgarten am Herrnfeld

1806 Bayern wird Königreich. Ehem. Hochstift wird grossherzoglich-würzburgisch. Ende des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“

1806-12 Franzosenkrieg

1809 Steinach kauft wegen Kriegssteuer Hafer in Aschach „beim Gross-herzoglichen Rentamt“

1809/10 Das Gebiet der ehemaligen Fürstbistums Würzburg kommt an das Königreich Bayern.

1814 Thyphus grassiert. Aufgabe des Weinbaus. Frankenland entgültig bayerisch. Kurmainzische Soldaten quartieren in den Dörfern des Amtes Königliches Forstamt Steinach“ nach Aschach verlegt. Ihm unterstehen die „Revierjäger“ zur Steinach, Schmalwasser, Gefäll, Waldfenster, Hassenbach und Klaushof.

1813-15 Befreiungskrieg gegen die franzörsische Fremdherrschaft. Russische Durchzüge durch unser Gebiet. An Thyphus sterben viele Leute.

1819 wurde Aschach mit dem Amt Kissingen zusammengelegt, woraus sich schliesslich der Landkreis Kissingen entwickelte

1824 Auflösung des Forstamtes

1828 Baubeginn für neues Schulhaus auf dem alten Friedhof

1829 Der Schweinfurter Industrielle Wilhelm Sattler kauft das Schloss und be-treibt (bis 1854) darin eine “Englisch-Porzellan-Fabrik” (Steingutmanu-faktur) um in der armen Rhön erklärtermaßen Arbeitsplätze zu schaffen.

1830 Die neue Schule an der Kirche wird gebaut. Neubau wird nach Verzögerung durch Kriegsjahre 1834 fertiggestellt

vor 1850 In Aschach gibt es eine Post.

Zw.1850 u. 1880 Durchstich am Saale-Mäander unterhalb der Schloßmühle zur Erhöhung der Leistung.

1858 Balthasar Schmitt, Bildhauer und Maler, wird geboren

1866 Einrichtung eines Distriktskrankenhauses im ehem. Ende des 17. Jh. errichteten Rentamtsgebäude. Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen. Gefecht zwischen Preussen und Bayern in Aschach. An der Cholera sterben viele Leute.

1869 1869 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Aschach.Daraus geht die spätere Musikkapelle Aschach hervor

1870/71 Deutsch-Französischer Krieg; 22 Soldaten aus Aschach waren beteiligt

1873 Graf Friedrich von Luxburg erwirbt das Schloß als Sommersitz und die Schlossmühle Aschach

1878 Flutbrücke über das Saaletal mit 15 Bögen wird errichtet (Alte Bogen-brücke über die Saale vermutlich von vor 1744). Einrichtung eines Landpolizeipostens

1882 Die seit 1870/71 bestehende Krieger- und Soldatenkameradschaft Aschach wird offiziell bestätigtAusweisung Baugebiet Kapellenstrasse – Weinberg. Die seit 1870/71 bestehende Krieger- und Soldatenkameradschaft Aschach wird offiziell bestätigt. Eröffnung des Schulmuseums.

1884 Gründung Raffeisen-Genossenschaft

1887 Gründung des St. Johannis-Zweigvereins Aschach

1888 Eröffnung einer Kleinkinderbewahranstalt

1890 Eröffnung Kindergarten (im. Anwesen ehem Nr. 63). Gründung des Gesangvereins 1890 Aschach. Erweiterung des Distriktkrankenhauses. Es sollte in erster Linie der Krankenversorgung in der Rhön dienen, da in Kissingen schon Krankenhäuser bestanden.

1900 Aschach (763 Einw.) erhält Recht für jährlich 7 Krammärkte Sie werden in der Hauptstraße (jetzt Schlossstraße) abgehalten. In früherer Zeit waren die Jahrmärkte im Schloßhof

1908 Gründung des Bienen- u. Obstbaum-Vereins

1909 Aufstockung Schulhaus. Ersatz der Pferdepostlinie Kissingen – Bad Bocklet durch eine Kraftpostlinie

1911 Einweihung des Siegesdenkmals zum Deutsch-Französichem Krieg 1870/71 an der Hochreinslinde, der Dreistatt.

1913 Bau des Leichenhauses

1914-18 Der erste Weltkrieg

1914-20 Turn- und Sportverein Aschach.

1900-1920 Betrieb der Brauerei Stolle

1920 Aschach erhält ein Stromnetz das von der Gräflich-Luxburgischen Mühle versorgt wird.

1921 Dr. med. Michael Werner, Kgl. Hofrat und Lyriker stirbt. Balthasar Schmitt‘s Friedhofskapelle wird errichtet und Schmerzensmutter Maria geweiht.

1919-23 Inflation (1 Dollar bis zu 4,2 Billionen Mark).

1926 Gründung des Omnibusbetriebs Familie Hopf

1929 Schwarzer Freitag – Weltwirtschaftskrise - 2/3 aller arbeitsfähigen Deutschen sind von der Kurzarbeit betroffen. 61,28 Mill. Arbeitslos.

1936 Bau der Wasserversorgungsanlage

1937 Wasserleitungsbau

1939 Beginn des zweiten Weltkriegs. Es treffen Evakuierte aus der Pfalz in Aschach ein. Postkutschfahrten werden aufgenommen

1945 Die Bogenbrücke über die Saale wird vor den anrückenden amerikanischen Soldaten gesprengt. Aschach wird von amerikanischen Truppen besetzt; Kampf um Steinach. Bürgermeister, Beigeordnete und voer Gemeinderäte werden ihres Amtes enthoben

1946 Im Sommer kommen Transporte mit Heimatvertriebenen in Aschach an.Gründung des Turn-Sportvereins Aschach.

1951 Ausbau eines Schwimmbades an der Saale (1967 Abbruch der Umkleide-kabinen).

1952 Neugestaltung Friedhof. Verkauf des Spitalgebäudes vom Landkreis an den Markt Aschach

1954 Bau der Kanalisation

1955 Karl von Luxburg schenkt das Schloß dem Bezirk ( seit 1957 als Graf-Luxburg-Museum der Öffentlichkeit zugänglich ).

1957 Fertigstellung Kindergarten.

1958 Bau der Staatsstrassenumgehung Aschachs.

1960 Bau des Höhwegs, jetzt Premicher Straße.

1961 Stillegung der Schlossmühle

1962 Teilstrecke der Staatsstrasse Hohn-Aschach wird verlegt. Bau der Gefrieranlage.

1963 Einweihung Gedächtnisstätte Zweiter Weltkrieg. Beginn der Aschacher Schlosskonzerte

1964 Einweihung am 1962 begonnenen Schulhausumbau. Anlage eines Sport- und Spielplatzes auf dem Seegarten dem ehem. Platz der Viehmärkte. Laut Protokoll der Gemeinde wird die alte Kirchhofsmauer, die den um die Kirche herum ehem. angelegten Friedhof umgab abgebrochen und eine neuer Kircheneingang erstellt.

1965 Neubau Sakristei. Bau der Umgehungsstraße mit Saalebrücke (St 2292). Sprengung des 30 m hohen Brauereischornsteins.

1966 Schulverbund von Großenbrach und Aschach mit 1964 geschlossenen Verband Bad Bocklet/Hohn.

1967 Abriss der alten ZehntscheuneNeuerbauung Saalebrücke der Straße nach Bad Bocklet.Renovierung des Siegesdenkmals unter der Linde an der ‚Dreistatt’ Gründung des Heimat- und Wandervereins.

1968 Fertigstellung neues Feuerwehrhaus.

1969 Pfarrhaus fertig gestellt (Vorgängerbau um 1785 entstanden). Abriss ehem. fürstbischöflichen Brauerei am jetzigen Schloßparkplatz. Neubau einer Spannbetonbrücke über die Saale am Streichwehr.Abriss der Bogenbrücke und Neuerrichtung über die Aschach in der Von-Henneberg-Straße.Bau der Mehrzweckhalle (Europa-Center, jetzt Zehnthalle).Beginn der Flurbereinigung in Aschach.Großbrand vernichtet Kunstdüngerlager.

1970 Eröffnung des Vogelkundepfads. Gründung des Kegelclubs „Gut Holz“ Aschach.

1971 Beginn der Flurbereinigung

1972 Zusammenschluss der Gemeinden Bad Bocklet, Aschach und Großenbrach zum Markt Bad Bocklet Wiederaufnahme der Postkutschfahrten

1974 Bau der Saalebrücke und Umbau der Flutbrücke

1975 Außenrenovierung Kirche

1978 Errichtung der vollbiologischen Kompakt-Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Aschach-Saale bei Großenbrach

1979 Untertunnelung Staatsstraße im Zuge des Gehwegbaues nach Bad Bocklet. Anschluss an die neu erbaute Kläranlage. Besitzeinweisung in die zusammengelegten 441 und neu verteilten 113 Flurgrundstücke (ohne Kleingrundstücke unter 2 ha).

1980 Ausstellungsraum zur Steingutfabrik wird eröffnet

1981 Ortsnetz-Verkabelung. Fertigstellung Innerortskanalisation

1982 Versetzung und Restaurierung des Dreiseitenbildstocks. Renovierung der Kirchentreppe

1983 Erneuerung der Bogenbrücke in der Badersgasse

1984 Aufstellung Geräte am Spielplatz Badersgasse. Einrichtung eines Volkskundemuseums in der Zehntscheune

1985 Bau Hochbehälter Aschacher Berg

1986 Bau des Schlossparkplatzes mit Festplatz. Abschluss der 1971 angeordneten Flurbereinigung

1987 Beginn der Strickstube. Schließung Milchsammelstelle

1988 Bau des Pfarrheims. Abbau der Gemeindewaage neben stehengebliebenem Wiegehäuschen

1989 Erneuerung der Neusetzbrücke (Baujahr ca. 1950). Öffnung der Zonen-grenze. Beginn der Erschließung Baugebiet am Weinberg

1990 Fertigstellung des neuen Sportplatzes.Innenrenovierung Dreifaltigkeitskirche.Anschluss Aschachs an die Gasversorgung.Resterschließung Baugebiet ‚Am Weinberg’.

1992 Wiedererrichtung Fußgängerbrücke Badersgasse

1993 Abschluss der Umgestaltung des Feuerwehrhauses. Das Hochwasser-rückhaltebecken Bad Bocklet wird aus dem Regionalplan gestrichen

1994 Umbau Kindergarten und Leichenhaus.

1996 Errichtung des Bauhofes.

1997 Die Poststelle Aschach wir nach mehr als 150 Jahren geschlossen.

1998 Sanierung des Spitals.

1999 Beginn Einfache Dorferneuerung mit der Umgestaltung eines Teilstücks der Von-Henneberg-Straße.

2001 Ausweisung Baugebiet Am Weinberg/Hirtenrasen. Partnerschaft mit Bad Königswart (Lazne Kynzvart) in Tschechien. Abschluss der Einfachen Dorferneuerung mit Umgestaltung des Neusetz.

2002 Wiederaufleben der Markttreibens durch den Kunst- und Genussmarkt.

2003 Verlegung der Saale in ehem. Mäander. Schließung des Schule.

2004 Abriss ehem. Schulhaus neben der Kirche.

Die Herrschaftsverhältnisse in Aschach:

1200 – 1391 hennebergisch

1391 – 1401 pfandweise bibraisch

1401 – 1409 würzburgisch

1409 – 1412 thüngisch

1412 – 1434 würzburgisch

1434 – 1491 hennebergisch

1491 – 1803 würzburgisch

1803 – 1805 kurpfalzbayerisch

1805 – 1814 großherzoglich-würzburgisch

1814 – 1829 bayerisch

1829 – 1873 Familie Sattler

1873 – 1955 Familie von Luxburg

ab 1955 Bezirk Unterfranken

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Verwaltung

Vor 200 Jahren wurde das Amt Aschach aufgehoben.
1818 bildete man eine Art Zweckverband, die Distriktsgemeinden Kissingen und Münnerstadt, den Vorläufer des Landkreises Bad Kissingen.
Der eigentliche Geburtstag des Landkreises Bad Kissingen ist der 1.1.1920. Dabei wurden die beiden Distrikte Bad Kissingen und Münnerstadt zu einem Bezirksamt (heute: Landratsamt) zusammengelegt. 1972 dann kamen die ehemals selbständigen Kreise Bad Brückenau und Hammelburg zu Bäderlandkreis hinzu.

Angefangen hatte die Territorienbildung mit den Machtblöcken Fulda, Würzburg und zuletzt mit den Hennebergern etwa nach 1050. Der Würzburger Bischof Hermann der I. von Lobdeburg zog zwischen 1226 und 1234 die Besitzungen der Grafen von Trimberg und von der Botenlaube an Würzburg. Heftig umkämpft war auch die Talburg Steinach inmitten des Dorfes zwischen dem Bischof und den Hennebergern.

Bis 1391 und zwischen 1434 und 1491 war Aschach hennebergisch. Nachweisbar sind die Aschacher Amtmänner erst ab dem Jahr 1320. Über 500 Jahre war Aschach „Amt“ und anschließend Rentamt.

Das Amt war, in der heutigen Amtssprache ausgedrückt, zugleich Landratsamt, Amtsgericht und Finanzamt. Der Amtmann war somit Verwaltungschef, Richter und Steuereinheber. Im würzburgischen Teil des Landkreises Bad Kissingen gab es die Ämter Aschach, Ebenhausen, Euerdorf, Kissingen, Münnerstadt, Poppenlauer und Trimberg. Im fuldaischen Teil waren es die Ämter Brückenau, Hammelburg und Motten.

Nachweisbar sind die Aschacher Amtmänner erst ab dem Jahr 1320.
Im Jahre 1804 wurde aus Anlass der Landämterreorganisation das Amt Aschach mit der Kellerei aufgehoben und durch ein Landgericht Bad Kissingen ersetzt.
Das Rentamt Kissingen - Aschach mit Sitz in Aschach befand sich von 1805 bis November 1865 in der Schlossstrasse 5 und wurde dann nach Kissingen verlegt.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts war Aschach noch der Mittelpunkt des Bezirks und der Sitz sämtlicher Behörden (Amtskellerei, Forstamt, -Rentamt), die mit dem Emporblühen Kissingens dahin verlegt wurden.

Durch die Umgliederungen die von 1804 bis etwa 1862 dauerten verloren Aschach und Euerdorf ihre Verwaltungszentren an Kissingen. Die Distrikte Euerdorf und Münnerstadt blieben zwar bis zum Ende des Königreichs Bayern bestehen, jedoch führte der Bezirksamtmann von Hammelburg bzw. der von Kissingen den Vorsitz in zwei Distriktsräten. Aschach gehörte zum Landgerichtsbezirk Münnerstadt, das 1862 im Bezirksamt Kissingen aufging.


Cent Aschach:

Nach dem Erliegen des fuldaischen Einflusses kam der Ort in den Besitz des Hochstifts Würzburg.
1491 übernimmt der Würzburger Fürstbischof Burg und Amt Aschach von der aussterbenden Aschacher Linie der Henneberger.

Aschach war Sitz des Centgerichts.

Vorsteher des Amtes sind: ein Oberamtmann; ein Amtskeller und Centgraf, welchen beigeordnet ist ein Amts-, Gegen-, Cent- und Zunftschreiber. Dieses Oberamt hat mit Kissingen einen Amts- und Centphysikus, aber einen eigenen Amts- und Centchirurgen.

Den Amtmännern waren die Centgrafen und die Keller (Amtskeller) untergeben, von denen erstere dem Centgericht vorsaßen, letztere die fürstlichen Güter zu verwalten und die Gefälle (Abgaben) hatten.

Das Zentgericht war eine mittelalterliche Gerichtsstätte (etwa ab dem 11. Jh.) für einen [Unter- oder] Gerichtsbezirk. Die Verhandlungen wurden von dem vom Landesherrn eingesetzten Z(C)entgrafen (Richter) geleitet. Damals war die Zent (oder Cent) das Volksgericht für etwa 100 Familien bzw. Hausstände (von centum = 100). Der ursprüngliche Standort dürfte unter der Linde auf der Dreistatt, gewesen sein.

Cent bedeutet Gerichtssprengel für Mord, Notzucht, Brandstiftung und Raub. Der Name ist nicht zu verwechseln mit Zehnt, welches den 10. Teil als Abgabe bezeichnete.

Die Landschaften waren zuerst in Centen eingeteilt, aus denen später die Ämter hervorgingen. Eines dieser Centen- oder Zehntgerichte war auch das Gericht in Aschach.

Ab 1848 mußte kein Zehnt mehr an die Amtskellerei entrichtet werden sondern Natural- und Geldgefälle in Bodenzinsen an das Rentamt.

Die Zehntfrüchte wurden in die abgrissene Zehntscheune an der Stelle der Zehnthalle gebracht.

Zu der Cent Aschach gehörten:

Aschach, Burkardroth, Hasenbach, Lauter, Neuseß dieseits des Baches, jenseits nach Neustadt amtbar

Katzenbach, Poppenroth, Seyferts, Prementleyden, Schlimpfhof, Stangenroth, Strolsbach, Wallbach, Waldmannslohr, Waldfenster, Schmalwasser, Riedenberg, Zahlbach

Die Höfe auf dem Mostfürst, sonst das Gefäll genannt.

Die Kellerei-Beamten hatten die zum Amtsbezirk gehörigen Gefälle zu erheben, die fürstlichen Güter und Domänen zu verwalten und zugleich die Funktion eines Centgrafen und Stadtrichters(Stadtschultheissen) zu versehen. Das Centgericht über die gewöhnlichen Fälle wurde in einem Wirtshause oder in einem anderen, von dem Centgrafen zu bestimmenden Lokale bei geöffneten Türen abgehalten. Nur in peinlichen Dingen, wo es um Leben und Tod handelte, fand dasselbe öffentlich und im Freien an der Cent statt.

In der Aschacher Zentordnung (1582 Salb. 14,24) steht:
„Die Zent wird zu Aschach im Schenkhaus in bürgerlichen Sachen, aber in peinlichen vor dem Schloss am Zentberg gehalten“. Es wurden dort die 4 hohen Rügen (also die todeswürdigen Verbrechen) verhandelt. Zum Gericht am Zentberg wurde der Angeklagte vom Gefängnis im Schloss zum Schutz unter Begleitung der Hakenschützen hergeführt. Die Schenkstatt war auch Tagungsort des Zehntgerichts.. Bis zur Aufhebung des Zehntgerichts 1803 diente das Gasthaus dem Zehntgrafen und seinen Schöffen als Gerichtsort.

Der Bach Aschach bildete die Zentgrenze zur Zent Neustadt (bestehend aus den würzburger Ämtern Aschach und Neustadt). Vor 1593 gehörte der Teil Aschachs mit der Kirche,Bocklet, Großenbrach und Steinach zu diesem Zentbezirk.

Das Zentgericht war eine mittelalterliche Gerichtsstätte (etwa ab dem 11. Jh.) für einen [Unter- oder] Gerichtsbezirk. Die Verhandlungen wurden von dem vom Landesherrn eingesetzten Z(C)entgrafen (Richter) geleitet. Damals war die Zent (oder Cent) das Volksgericht. Öfters wurden hier auch Leute verurteilt, die ihren Abgabeverpflichtungen gegenüber dem Hochstift nicht nachkamen. Den Zentgerichten oblag insbesondere aich die Blutgerichtsbarkeit. Etwa 1 km von hier entfernt befindet sich der Galgenberg.

In Aschach gab es auch Centchirurgen, das sind Centwundärzte, die für die Wund-Behandlung zuständig waren, Feldscher und Bader. Der ursprüngliche Standort dieser Gerichtsstätte war wohl unter einer Linde auf dem Marktberg.

Ab 1848 mußte kein Zehnt mehr an die Amtskellerei entrichtet werden sondern Natural- und Geldgefälle in Bodenzinsen an das Rentamt. Ehem. Frucht- od. Zehntspeicher diente einst der Lagerung der Zehntabgaben des Amtes.

Die Landschaften waren in ‚Centen‘ geteilt, aus denen später die Ämter hervorgingen. Und eines dieser Centen- oder Zehntgerichte war ein Gericht in Aschach.

Aschach der Verwaltungssitz des ehem. Amtes Aschach verlor nach der Säkularisation 1803 alle seine Ämter. !803 wurde die Anzahl der Märkte von 5 auf 6 und in Jahr 18078 auf 7 erhöht. Das Jahrmarkttreiben spielte sich auf der vom Schloss aus Richtung Burkardroth verlaufenden Hauptstrasse ab. Der Platz der Viehmärkte die bis in die 60er Jahre abgehalten wurden war der Seegarten am Feuerwehrhaus.

Nur das Marktrecht blieb und ging in die Bezeichnung der Großgemeinde über. Auch der eingemeindete Ortsteil Steinach hat das Marktrecht und veranstaltet jährlich einen Markt. Seit 2002 wurde dieses Recht in Aschach auch wieder durch den Kunst- und Genußmarkt belebt.

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Gemeinden


Nach einer Urkunde von 1422 huldigten folgende 24 Amtsdörfer Bischof Julius:

Albertshausen, Aschach, Bocklet, Burkardroth, Großenbrach, Hassenbach, Hausen, Hain (Hohn), Katzenbach, Kleinbrach, Lauter, Poppenroth, Brementleiden (Premich), Riedenberg, Roth, Schlimpfhof, Schmalwasser, Stangenroth, Steinach, Stralsbach, Struthof, Wollbach und Zahlbach. Das Amt war zu der Zeit im Westen vom Amt Schildeck und im Süden vom Amt Trimberg begrenzt.

In einem alten Topografisches Lexikon steht folgende Beschreibung:

Aschach, Würzburgisches Oberamt

Grenzt gegen Norden an Würzburgisches Oberamt Bischofsheim vor der Rhön und Neustadt an der Saale, gegen Morgen (im Osten) auch noch an Neustadt und das Oberamt Münnerstadt, gegen Mittag an das Oberamt Kissingen und Aura Trimberg, gegen Abend machet es die Grenze des Hochstifts Würzburg gegen die Fuldaischen Oberämter Hammelburg und Brückenau. In dieses Amt gehören (nach 1600) 28 Dörfer, als Albertshausen, Aschach, Bocklet, Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Großenbrach, Haard, Hassenbach, Hohn, Katzenbach, Kleinbrach, Langenleiten, Lauter, Poppenroth, Premich, Riedenberg, Roth, Sandberg, Schlimpfhof, Schmalwasser, Stangenroth, Steinach, Stralsbach, Waldberg, Waldfenster, Wollbach, Zahlbach.

Aschach auch Waldaschach an der Saale, ein Würzburgisches Amtsstädtchen zwischen Kissingen und Bocklet, den beiden fränkischen Gesundbrunnen, kommt in alten Urkunden als Aschaha oder Ascaha vor.

Weit bekannt war Aschach durch seinen Waldreichtum.


Im Jahr 1234 wurde das Zisterzienserkloster Frauenroth gegründet. 1244 schenkte der Graf Otto I dem Kloster unter anderem eine Mühle und 5 Lehensgüterin Aschach.

Das Dorf Frauenroth entstand erst nachdem 1691 Burkardrother Bauern die Klostergüter aufkauften.

Die Urbarmachung der Rhön setzt erst spät ein. Bei der 1. Wanderungswelle wurden die Walddörfer gegründet. Die zweite Wanderungswelle fand dann mit der Auswanderung nach Amerika zwischen 1830 und 1930 statt. Viele wanderten auch in die Großraum Frankfurt mit der fruchtbaren Wetterau und dem Taunus aus. Nach dem 2. Weltkrieg fuhr der Omnibus von Unternehmer Hopf wöchentlich nach Frankfurt Leute zur Arbeit.

Aschach

Auch wenn die Obere Mühle in Aschach erst 1244 urkundlich erwähnt wurde, gibt es doch mehrere Hinweise auf ein viel höheres Alter. Auch die althochdeutsche Bezeichnung Ascaha mit der Bedeutung Eschenwasser deutet auf eine frühe Besiedlung hin. Ein spätbronzezeitlicher Meißel und ein Beil, die an dem uralten Linneweg am Eichelberg gefunden wurden, untermauern die Existenz Aschachs mindestens seit dem 9. Jahrhundert.

Im nahen Kleinbrach gaben 1989 Knochen- und Steinfunde den Anstoß zur Ausgrabung des Dionysos-Klösterchens, der ältesten sakralen Anlage der Region. In der Gegend sind aus der Frühzeit nur noch die Reste der Eyringsburg bei Arnshausen erhalten. Das „monasteriolum Brachau“ ist 823 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda erwähnt.

1059 erste Nennung des Baches Aschach

1132 Ascaha

1165 Aschach kommt vermutlich erstmals urkundlich vor.

1244 Schenkung Saalemühle an das Kloster Frauenroth ; erste urkundliche Nennung Aschachs

1326 Nennung eines Pfarrers von Aschach, somit auch eine Kirche vorhanden

1479 Aschaw

1648 Erhebung Aschachs zum Markt Waldaschach

1594 Waltaschach

1648 Markt Waldaschach

In einem Statistisch-Topografisches Handbuch steht dazu: Aschach, auch Waldaschach, an der Saal.

Aschach-Neuses – mittelalterliche Siedlung

Bei Aushubarbeiten für das Wohnhaus Neusetz 60 wurde in den 70er Jahren eine mittelalterliche Siedlung mit Keramik zwischen dem 12. Und 14. Jahrhundert angeschnitten und durch eine 10 – 15 cm mächtige Kulturschicht belegt. Hieraus ergibt sich, dass die Siedlung „Neusetz“ tatsächlich als getrennte Siedlung von Aschach existierte, aber nach etwa 200jähriger Dauer wieder einging. Sie lag nördlich der Aschach und pfarrte nach Brend/Salz, während Aschach selbst, südlich der Aschach gelegen, nach Kissingen pfarrte, d. h. durch diese beiden Siedlungen verlief an der Aschach die ehemalige Salzforstgrenze.

Kurzbeschreibung oder Ortsübersicht Aschach

Marktgemeinde: Bad Bocklet

Landkreis: Bad Kissingen

Regierungsbezirk: Unterfranken

Bundesland: Freistaat Bayern

Namensherkunft: Ascaha ( germ. = Eschenwasser )

Urkundliche Ersterwähnung: 12..

Ortschaftsform: Haufendorf

Höhenlage: ca.220 m NN

Einwohnerzahl: 4641 (am 31.12.2003)

Gewässer: Aschach – Bach; Fränkische Saale – Fluss

Denkmäler:, Schloß, Kirche, Bildstöcke, Wegkreuze, 3 Fachwerkhäuser, Linden am nördlichen Ortsrand Kriegerdenkmal

Kirche: Katholische Pfarrkirche

Name der Kirche: Hl. Dreifaltigkeit

Baujahr: 1447, Vergrößerung Turm 1609 und Langhaus 1615

Baustil: Spät - und nachgotisch

Ortstypische Handwerkszweige:

Seit Anbeginn ausschließlich kleine u. mittlere Bauernhöfe; Handwerker (Verputzer, Schreiner, Schmied, usw.); Baufirmen

Persönlichkeiten

Bildhauer Prof. Balthasar Schmitt *29.05.1858, +01.05.1942


Orts- und Flurnamen

Ortsnamen im Markt Bad Bocklet

ASCHACH

1244 molendinum in Ascaha, 1479 Aschaw, 1594 Waltaschach: aus ahd. ask = Esche; ach = das Wort tritt ahd. als aha auf, hängt wohl mit lat. aqua = Wasser zusammen, ist etymologisch ungeklärter Herkunft bedeutet aber etwa fließendes Wasser, Bach also etwa = Sdlg. am Eschenbach, am eschenumstandenen Bach.

BAD BOCKLET

1122 Bockleth, 1287 Bockelat, 1296 Boklat, 1318 Boglat, 1335 Bocklat, 1340 Bokkelot, 1426 Bocklet, vor 1593 Bocklich, 1648 Pocklet, 1799 Bocklet, 1939 Bad Bocklet: wohl aus mha. Bodl = Buckel, Hügel + Kollektivsuffix –ich, -et, -at, also etwa = Sdlg. in der Hügellandschaft.

GROSSENBRACH

1321 Brachawe (möglicherweise ist auch der benachbarte Ort Kleinbrach gemeint), 1601 Brach

800 Großenbrach und Kleinbrach sind eine Gemeinde

HOHN

1156 Hochheim, 1302 Hagen, 1401 Hain, 1574 Hain

1302 Markgraf Otto von Brandenburg übergibt dem Kloster Aura das Dorf Hagen (Hohn?)

1401 Hain zwischen Aschach und Steinach wird in einem Kaufvertrag zwischen dem Fürstbischof und den Herren von Bibra genannt

NICKERSFELDEN

1225 Nickersfelden, 1324 Nyckersfelden: wohl aus dem ahd. PN Nidgar + felden, also etwa = Sdlg. auf den Feldern des Nidgar.

feld = aus idg. *pele = flach, ausbreiten, breitklatschen + Suffix –to zu *peltom = Feld, ahd. feld, engl. Field, slaw. Polje = Feld, alles also etwa = das entwaldete, ausgebreitete, bebaute Stück Land o. ä.

1225 Streit zwischen dem Bischof und den Hennebergern um Güter in Nickersvelde

ROTH

rod, roth = Rodung (also Begriff der Niederlegung des Waldes durch ahd. rod = roden bzw. ahd. riuti = reuten; der Begriff „Rodung“ ist in über 6000 Ortsnamen Deutschlands enthalten.

1240 Nennung von Rode bei einem Streit zwischen dem Bischof und den Hennebergern

Die Burg Steineck war, untypisch für die Gegend, im 9. - 10. Jahrhundert als Reichsburg, also nicht als Besitz oder Lehen eines Adligen, zum Schutz der Wege zur Kaiserpfalz Salz erbaut worden.

Bis 1201 blieb die Burg Steineck aus strategischen Gründen im kaiserlichen Reichsbesitz, obwohl das ganze Gebiet ringsum schon im Jahre 1000 durch Kaiser Otto III dem Bistum Würzburg geschenkt wurde.

STEINACH

ach = das Wort tritt ahd. als aha auf, hängt wohl mit lat. aqua = Wasser zusammen, ist etymologisch ungeklärter Herkunft bedeutet aber etwa fließendes Wasser, Bach also etwa = Sdlg. am Eschenbach, am eschenumstandenen Bach.

979 König Otto tauscht mit der Kirche zu Würzburg Stockheim gegen Steinach ein

Entstehung altes Schloß Steinach ... mit Geschlecht der Henneberger verbunden

1516 Riemenschneider schnitzt das Kruzifix das sich am Hochaltar in der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus und Katharina befindet

1858 erhält Steinach das Recht vier Jahrmärkte abzuhalten

1945 Steinach wird zu 75 % zerstört

Zeugen seiner Vergangenheit sind noch die Mauerreste der ehemaligen Reichsburg Steineck bei Roth, das Alte Schloss hoch über den Burgauwiesen und das Neue Schloss in der Ortsmitte. Ein früher bedeutender jüdischer Friedhof befindet sich unweit des Dorfes im Wald an der Staatsstrasse 2292.

SAALE

fränkische: wohl aus idg. *salo = wogend, also etwa = die Wogende.

ahd. - althochdeutsch

mhd. - mittelhochdeutsch

idg. - indogermanisch

PN - Personennamen (als Ortsname im Genitiv oder Dativ)

Sdlg. - Siedlung

* - hochgestellter Asterisk: rekonstruierte, nicht belegte Wortform

Flurnamen Aschacher Gemarkung


Wald:

Aschacher Weg

Altenburg

Baderswiese

Bauersberg

Bumert

Der Finsterer-Eckweg

Eisgraben

Gereuth

Herrneck

Hinterer Eichelberg

Hintere Leite

Hohrod

Hutwald

Kirchknittel

Ruh

Sautrieb

Triebschlag

Vordere Leite

Wildfuhr

Felder und Wiesen:

Acht Acker

Alte Leite

Am Altenberg

Au

Dreißig Felder

Becherts

Bockleter Berg

Breite Rasen

Breiter Weg

Burgfeld

Burgwiesen

Eichelberg

Finsterecke

Fünf Acker

Gartenwiesen

Heinertsgraben

Herrnfeld

Hinteres Neugereut

Hirtenrasen

Hohgericht

Hohrod

Krummbach

Laubmaß

Leite

Marktberg

Mittelbusch

Neugereut

Neun Äcker

Ölberg

Rasen

Rehhecke

Röthles

Sieben Äcker

Sieben Morgen

Steinäcker

Stutz

Weichers

Weinberg

Nach Karte:

Um 1512 wuchs auch Wein im Hochgericht, Marktberg, Heinrat, Breitenrasen und am Becherts. Sogar am Kreuzberg in der Rhön wäre der Weinbau einst betrieben worden.

Wichtig war einst der Weinbau in der Gegend, alle geeigneten Lagen hatte man mit Weinbergen angelegt, denn Wein war eines der wenigen, auf längere Zeit haltbaren Lebensmittel und wuchs auch auf schlechten Böden. Durch die steigende Landverknappung – viele Weinberge wurden zu Äcker und Futterrainen – und der 1874 und 1878 aus Amerika eingeschleppten Reblaus oder Peronospora wurde der edle Weinbau bedeutungslos.

Dann wurde Obst und „Amerikaner“ gekeltert, auch gab es eine Bierbrauerei.

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Kriege


30-jähriger Krieg

Man darf sich den 30-jährigen Krieg nicht als Frontenkrieg vorstellen auch wenn die Schweden sich in der Rhön bis nach Kriegsende festsetzten.

Mit dem Prager Fenstersturz hatte der Krieg 1618 begonnen. Davor hatten die Habsburger die Rückgabe der bei einer frühen Säkularisation verlorenen Güter an die Kirche gefordert. Das hatte offensichtlich die mittleren Stände zum Aufruhr bewegt und das Fass war am Überlaufen, jeder Fürst hatte Angst um seine Einnahmen.

Das lutheranerische Heer der Schweden zog über Schlesien und Böhmen nach Süden. Es war mit dem katholischen Frankreich verbündet. Man sieht es ging nicht um Religion sondern nur ums Geld.

Die Heere wurden nur zum Teil aus Staatsanleihen finanziert, sie mussten sich weitgehend aus dem Land ernähren durch das sie zogen. Sie verlangten Kontributionen, mordeten und brandschatzten, wie man es in alten Chroniken lesen kann. Man drohte z. B. in Bischofsheim die Stadt anzuzünden wenn ihnen nicht das Geforderte 1000 Gulden – etwa 25 000 Euro übergeben wird. 1 Gulden etwa reichte einer 5-köpfigen Familie einen Tag für den Lebensunterhalt.

Beim 30jährigen Krieg kämpften auf deutschem Boden Schweden, Franzosen, Spanier, Niederländer und Deutsche.

Ursachen und Vorgeschichte des Krieges

Der Zeitraum vom 23. Mai 1618 bis zum 24. Oktober 1648 war von mindestens 13 Kriegen und 10 Friedensschlüssen bestimmt.

Es handelte es sich beim 30jährigen Krieg nicht um eine rein deutsche Aus-einandersetzung, sondern viel mehr um einen innnereuropäischen Konflikt auf deutschem Boden zwischen Schweden, Franzosen, Spanier, Niederländer und Deutschen.

Der Krieg hatte viele Ursachen. Armut und Hunger auf Grund eisiger Winter und feuchter Sommer und daraus resultierenden Missernten trieben die Bevölkerung in Verzweiflung.

Die Konfessionen waren an einem Scheideweg angelangt und verstrickten sich immer mehr in eine ausweglose Situation.

Nach Martin Luther breitete sich die Reformation rasch aus. Zahlreiche Länder und Fürstentümer traten zum Protestantismus über und spalteten das Deutsche Reich in zwei religiöse Lager. Die Gegenreformation, angeführt durch die Habsburger, setzte sich zum Ziel, vom Katholizismus abgefallene Landstriche zurückzugewinnen.

Den Fürsten wurde die Macht gegeben die Religionsangehörigkeit ihrer Untertanen frei zu bestimmen. Im Laufe der Zeit kristallisiert sich die Bildung zweier Fronten heraus: die katholische und die evangelische Seite. Dem Kaiser ist es zu verdanken, dass es zunächst nicht zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden kommt. Ihm fällt die Rolle des Vermittlers zu.

Der Stein des Anstosses ist die Stadt Donauwörth, in der es eine protestantische Mehrheit gibt. Die Protestanten verbieten kurzerhand im Stadtrat die Prozession eines katholischen Klosters. Obwohl der Kaiser sein Veto einlegt und die Prozession doch genehmigt, verhindern sie diese mit Waffengewalt. Der Kaiser fühlt sich mehr zur katholischen Seite hingezogen wird parteiisch und nimmt die Stadt Donauwörth in die Reichsacht. Er überträgt dem katholischen Herzog Maximilian von Bayern die Exekution die in den Zuständigkeitsbereich des evangelischen Herzogs von Württemberg gefallen wäre. Die Spannungen werden unerträglich und die kleineren evangelische Städte und Staaten fühlen sich vom Kaiser im Stich gelassen und fordern auf dem Regensburger Parteitag (1608) die Bestätigung des

Augsburger Religionsfriedens von 1555. Der Kaiser sieht in seinem Handeln aber keineswegs einen Verstoß und dreht den Spieß um, indem er der protestantischen Seite einen Vertragsbruch vorwirft. Die protestantische Partei verläßt daraufhin den Reichstag womit das wichtigste Ausgleichsorgan der Reichsverfassung lahmgelegt ist. Daraufhin schlossen sich die meisten protestantischen Mitglieder des Kaiserreiches zur Protestantischen Union zusammen, um ihre Religionsfreiheit zu verteidigen. Ein Jahr später rottet sich die katholische Seite unter der Führung Maximilians des Herzogs von Bayern ebenfalls zu einem Bündnis zusammen, das den Namen Katholische Liga bekommt. Die Union führt bald darauf Verhandlungen mit dem Ausland. Ihr gelingt es Bündnisverträge mit England und den Niederlanden sowie Absprachen mit Frankreich, Savoyen und Schweden zu machen.

Und schließlich scheiterte der letzte Versuch einen Krieg zu vermeiden. Im Jahre 1618 beruft der Kaiser die Konfliktparteien, erneut in den Reichstag nach Regensburg ein, um Frieden zu stiften. Doch die alten Probleme (Religionsfriede, evangelische Religionsbeschwerden) stehen nochmal zur Debatte. Die geeinte katholische Seite zeigt sich wenig kompromißbereit. Die Protestantische Union protestiert, doch ohne Erfolg. Der Kaiser vertagt die Gespräche auf ein Jahr später.

Im Jahre 1618 kam es dann zu einem Aufstand der böhmischen Protestanten in Prag, kurz nachdem der katholische König Ferdinand (zugleich Heiliger Römischer Kaiser Ferdinand II.) einen Erlass zurückgenommen hatte, in dem allen Protestanten in Böhmen die Religionsfreiheit zugesichert wurde. Zwei königliche Offiziere (kaiserliche Räte) und ein Sekretär wurden von protestantischen Mitgliedern der böhmischen Anhänger im Mai 1618 aus einem Fenster der Prager Burg geworfen. 1619 wurde Ferdinand abgesetzt und die protestantischen Stände Böhmens boten den Thron dem protestantischen Kurfürsten Friedrich V. von der Kurpfalz an. Beeinflusst von seinem Minister, Christian von Anhalt, akzeptierte Friedrich, erhielt jedoch nicht den von seinem Schwiegervater Jakob I. von England und der protestantischen Union erhofften Beistand. Kaiser Ferdinand II. erkannte den „Winterkönig“ Friedrich nicht an, da dies zum Verlust Böhmens für die Habsburger führen würde. Aufgrund der kaiserlichen Finanzknappheit wurde im Vertrag von München Maximilian I. von Bayern damit beauftragt, als Anführer einer Armee der katholischen Liga den böhmischen Aufstand niederzuschlagen. Mit der Entsendung ligistischer Truppen unter der Führung von Johann Tserclaes Tilly nach Böhmen begann der Dreißigjährige Krieg.

Auswirkungen des Krieges im Amt Aschach

In den ersten Jahren des 30-jähriger Krieges wurde Aschach abgesehen von Truppendurchzügen und Einquartierungen nur wenig berührt.

1625 Truppendurchzug der Wallensteinischen von Schweinfurt nach Fulda.

1631 Nach der Schlacht bei Breitenfeld Siegeszug des Schwedenkönig Gustav Adolfs durch Franken. Gustav Adolf zog nachdem sich die Festung Königshofen ergeben hatte über Neustadt, Münnerstadt und Schweinfurt nach Würzburg. Obrist Truchsess von Brandenstein erhielt vom Schwedenkönig als Geschenk das Amt Aschach. Das Amt mußte Winterquartiere stellen und eine größere Geldsumme übergeben. Ständig gab es Unruhe und Gewalttätigkeiten.

1633 Der Aschacher Centgraf March wurde erschossen.

Nachdem der Schwedenkönig 1632 gestorben war, erhielt Herzog Bernhard von Weimar das Herzogtum Franken. Die weimarische Regierung war um nichts besser als die schwedische, denn die Not stieg ins Unerträgliche. Viele Aschacher flüchteten mit ihrem Vieh bei Gefahr in die nahen dichten Wälder. Die Südrhön bot mehr Schutz als das flache Land, deshalb waren die Bevölkerungsverluste dort auch viel niedriger. Viele – wie Leute aus den Amtsdörfer, Kissinger oder Soldaten aus aller Herren Länder -suchten auch Schutz bei der im Schloß Aschach liegenden „Salva guardia“ (Sicherheitswache).

1634 Die Schweden wurden entscheidend geschlagen und zogen nach

Norddeutschland ab. Ihre Verfolger, kroatische Kriegsvölker, zogen mordend durch das Land.

1636 Der schwedische General Bauer siegt in der Rhön; überall Soldaten in der

Rhön.

1640 „Im Juli passiert General Marchese de Grana, ein welscher Herr mit 5000 Mann zu Roß und Fuß durch Aschach“. Er logiert im ehem. fürstbischöfl. Wirtshaus, der Wirt hieß Schlereth. Im August passiert der Obrist Spork mit 6 Komp. Reiter durch. Zwei Männer wurden von ihnen so traktiert das sie starben.

1641 „Am Anfang des Jahres haben die Schwedischen abermals ins Land einen Einfall getan und das Amt Aschach um 2200 Thaler Lösegeld gebracht. Aschach ist dortmals halb abgebrannt“.

1644 Das Amt mußte 5 Monate Quartier geben; kostet monatlich 1000 Reichsthaler.

1648 Ende der Kriegstumulte mit letzter Plünderung.


Verlauf des Krieges

Es gab 4 Feldzüge

1) Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-23)

1618:

· Gefecht bei Lomnitz (Südböhmen). Böhmische Truppen besiegen Kaiserliche

1619:

· Absetzung Ferdinands II. als böhmischer König durch die böhmischen Stände und Krönung zum röm. dt. Kaiser in Frankfurt am Main

· Wahl Kurfürst Friedrichs V. von der Pfalz durch die böhmischen Stände zum König von Böhmen

1620:

· Mit der Niederlage von Friedrichs böhmisch-pfälzische Heer unter Christian von Anhalt gegen Kaiserliche bzw. bayerische Truppen unter Tilly am 08. November 1620 in der ersten großen Schlacht am Weißen Berg bei Prag endete auch dessen kurze Regierungszeit in Böhmen (der Winterkönig).

1621:

· Auflösung der Union

1622:

· Jülich unter niederländischer Besatzung ergibt sich nach mehrmonatiger Belagerung den Spaniern

· Schlacht bei Wimpfen. Zwischen den siegreichen Ligatruppen und den Spaniern gegen die pfälzischen Truppen

· Schlacht bei Fleurus. Zwischen den pfälzisch-protestantischen Truppen unter Christian von Halberstadt sowie von Mansfeld und den Spaniern unter Cordoba

2) Dänisch-niedersächsischer Krieg (1623-30)

Friedrich v. d. Pfalz war verheiratet mit einer Tochter des Königs v. Dänemark. Nach der Schlacht flüchtete er nach Dänemark. Auf Seiten der evangelischen Union trat nun Dänemark in den Krieg ein.

1623:

· Schlacht bei Stadtlohn (südlich. von Ahaus, westl. von Coesfeld). Zwischen den siegreichen Ligatruppen unter Tilly und den protestantischen Truppen unter Christian von Halberstadt

1624:

· Vertrag von Compiégne zwischen Frankreich und den Niederlanden, gegen den Kaiser gerichtet.

1625:

· Die Spanier erobern Breda

· Kaiser Ferdinand II. ernennt Wallenstein zum kaiserlichen Oberbefehlshaber .

· Schlacht bei Verceia. Die Kaiserlichen unter Pappenheim besiegen Franzosen und Venezianer

· Die Dänen unter König Christian IV. wurden von Tilly in der Schlacht bei Lutter am Barenberge (südöstl. von Hildesheim, südwestl. von Salzgitter ) geschlagen.

1626:

· Schlacht an der Dessauer Elbbrücke. Zwischen den siegreichen kaiserlichen Truppen unter Wallenstein und den Protestanten unter Mansfeld

1629:

· Waffenstillstand von Altmark. Polen tritt Livland an Schweden ab.

3) Schwedischer Krieg (1630-35)

Schweden hatte gut ausgebildete, streng geführte Heere im Gegensatz zum deutschen Reichsheer. Die Schweden waren gerade dabei, ihr Reich zu vergrößern (Norwegen, Ostsee). Der Pfälzer lud die Schweden ein, gegen die Deutschen Krieg zu führen.

1630 eilten nun die Schweden unter Gustav II Adolf zu Hilfe und besiegten 1631 Tillys Heer bei Breitenfeld. Sie drangen bis nach Bayern vor, errangen bald die Oberhand auf dem Schlachtfeld und konnten 1632 sogar München besetzen, nicht jedoch die Stadt Kronach die als nördliches Bollwerk des Fürstbistums Bamberg mehrfach belagert wurde. Der schwedische König fiel jedoch noch 1632 in der Schlacht Bei Lützen, die er gegen die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein führte. Dennoch wird Gustav II. Adolf auch als Retter des dt. Protenstantismus bezeichnet. 1634 verloren die Schweden eine Schlacht bei Nördlingen. Im gleichen Jahr wurde Wallenstein hingerichtet. Sachsen und Brandenburg schlossen 1635 mit dem Kaiser den Prager Frieden.

1630:

· Besetzung Stettins durch schwedische Truppen

1631

· Schlacht bei Breitenfeld (nördlich von Leipzig). Zwischen den Ligatruppen unter Tilly und den siegreichen Schweden und Sachsen unter Gustav II. Adolf. Tilly wurde verwundet

· Gustav II. Adolf geht mit seiner Armee bei Mainz über den Rhein. Eroberung von Mainz.

1632:

· Pappenheim entsetzt Magdeburg von den Schweden unter Johan Banér

· Sieg Tillys über die Schweden unter Gustav Horn bei Bamberg

· Besetzung der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz durch französische Truppen

· Schlacht bei Rain am Lech (östlich von Donauwörth). Zwischen den Kaiserlichen unter Tilly und den siegreichen Schweden unter Gustav II.Adolf (Tilly wurde schwer verwundet und starb daraufhin)

· Die Niederländer erobern das von den Spaniern besetzte Maastricht

· Schlacht bei Altdorf bzw.; Zirndorf (östlich von Nürnberg). Zwischen den Kaiserlichen unter Wallenstein und den Schweden unter Gustav II. Adolf ( Erste Niederlage der Schweden ).

· Hauptschlacht bei Lützen (südlich von Leipzig). Zwischen den Kaiserlichen unter Wallenstein und den Schweden unter Gustav II. Adolf, der in dieser Schlacht fiel.

1633:

· Die Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar erobern Regensburg

1634:

· Ermordung Wallenstein in Eger (heutiges Cheb)

· Schlacht bei Nördlingen. Zwischen den siegreichen Kaiserlichen unter dem späteren Kaiser Ferdinand III. sowie Matthias Gallas und den Protestanten unter Bernhard von Sachsen-Weimar.

1635:

· Eroberung Triers von den Franzosen durch spanische Truppen.

· Vertrag von Compiégne. Frankreich sichert die Unterstützung der deutschen Protestanten zu

· Kriegserklärung Frankreichs an Spanien

· Friede von Prag

· Kriegserklärung Frankreichs an Kaiser Ferdinand II.

1636:

· Spanische und bayerische Truppen unter dem Kardinalinfanten Ferdinand und Jan van Werth besetzen die französische Festung Corbie

· Wahl und Krönung Ferdinands III. zum röm. dt. Kaiser in Regensburg.

1637:

· Tod Kaiser Ferdinands II. in Wien und Regierungsantritt Ferdinands III.

· Breda ergibt sich nach sechsmonatiger Belagerung Prinz Friedrich Heinrich von Nassau-Oranien

· Jan van Werth und Federigo di Savelli besiegen bei Breisach die Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar

4) Schwedisch-Französischer Krieg (1638-48)

Bis 1635 hielt sich Frankreich aus dem Konflikt heraus. Unter Richelieu unterstützte man hauptsächlich finanziell die Protestanten. Frankreich war zu diesem Zeitpunkt von österreichischen und spanischen Besitztümern umgeben und eine Schwächung der Habsburger kam ihm entgegen. Das französische Eingreifen wird als entscheidend für das Ende des Krieges angesehen. Sie stießen dabei bis nach Bayern und Böhmen vor.

Die Franzosen sahen die Möglichkeit an die Kaiserkrone zu kommen, da die Habsburger sehr geschwächt waren. Die eigentlichen Kriegsgreuel traten erst jetzt auf, der Krieg breitete sich aus. Es kam zu keiner entscheidenden Schlacht. (nur Landschaftsverwüstungen).

1638:

· Kapitulation der kaiserlichen Besatzung von Breisach unter Mercy an Bernhard von Sachsen-Weimar

1639:

· Sieg der Niederländer über eine spanische Flotte vor Dünkirchen

1640:

· Franzosen unter Turenne erobern Turin

1641:

· Franz von Mercy schlägt die schwedische Nachhut bei Neuenburg vor dem Walde

· Sieg der Spanier über die Franzosen bei Sedan.

1642:

· Schlacht bei Kempen (Tönisvorst zwischen Krefeld und Kempen). Die Franzosen besiegen ein kaiserliches Heer unter Graf Lamboy

· Erfolglose Belagerung von Lerida (Katalonien) mit spanischer Besatzung durch die Franzosen unter Louis II. de Condé

· Schlacht bei Lerida. Die Spanier unter Leganez besiegen die Franzosen unter Lamothe-Haudaucourt

· Zweite Schlacht bei Breitenfeld. Zwischen den Kaiserlichen unter Erzherzog Leopold Wilhelm sowie Piccolomini und den siegreichen Schweden unter Torstensson

1643:

· Schlacht bei Rocroi (Ardennen). Die Franzosen unter Louis II. de Condé vernichten ein spanisches Heer

· Schlacht bei Tuttlingen. Zwischen den siegreichen Kaiserlichen unter Mercy und den Franzosen unter Rantzau

1644:

· Seeschlacht auf der »Kolberger Heide«, König Christian IV. von Dänemark wird verwundet

· Schlacht bei Freiburg/Breisgau. Zwischen den Franzosen unter Turenne sowie Louis de Condé und den Bayern unter Mercy. In dieser »mörderrischsten Schlacht des ganzen Krieges« - 70 Prozent der Franzosen fielen - verhinderten die Bayern den weiteren Vorstoß der Franzosen nach Süddeutschland

Seeschlacht bei Femern. Die Schweden unter Wrangel besiegen die Dänen

Eröffnung des Friedenskongresses in Münster

1645:

Schlacht bei Mergentheim (Marienthal-Herbsthausen). Zwischen den Kaiserlichen unter Mercy und van Werth und den Franzosen unter Turenne. Vernichtende Niederlage der Franzosen, die ein Drittel an Gefangenen verloren

Schlacht bei Alerheim (bei Nördlingen). Zwischen den Kaiserlichen und Bayern unter Mercy sowie Jan van Werth und den siegreichen Franzosen unter Turenne. Mercy fiel.

Linzer Frieden zwischen Kaiser Ferdinand III. und Georg II. Rákoczi, Fürst von Siebenbürgen.

1646:

Bündnis des Kurfürsten von Trier. Philipp Christoph von Sötern mit Frankreich und Übergabe Philippsburgs an die Franzosen zur dauernden Besetzung

Die Franzosen erobern Dünkirchen

1647:

Waffenstillstand von Ulm zwischen Frankreich und Bayern

Louis Condé unterliegt den Spaniern bei Lerida (Katalonien)

Fall der Festung Eger unter kaiserlicher Besatzung

1648:

Schlacht bei Zusmarshausen (westlich von Augsburg. In dieser letzten Schlacht des Dreißigjährigen Krieges auf deutschem Boden besiegen die Franzosen und Schweden unter Turenne und Wrangel die Kaiserlichen unter Montecuccoli

Schlacht bei Lens (Nordwestfrankreich). Zwischen den Kaiserlichen unter Erzherzog Leopold Wilhelm und den siegreichen Franzosen. Letzte Schlacht des Dreißigjährigen Krieges

Gefecht bei Dachau. Sieg der Kaiserlichen unter van Werth über die Franzosen und Schweden

Unterzeichnung des Westfälischen Friedens

Folgen des Krieges

Das mit den österreichischen Habsburgern verbündete Spanien hatte versucht in den nördlichen Niederlanden wieder die Oberhoheit zu erlangen, die sie 1581 an die Utrechter Union verloren hatten. Die Niederlande wehrten sich von 1580 bis zum Westfälischen Frieden erfolgreich.

Hauptsächlich wurde der Krieg von Österreich und Spanien gegen die Niederlande, Schweden, Dänemark-Norwegen und Frankreich auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reiches geführt. Der Dreißigjährige Krieg wurde auch gegen die habsburgische Hegemonie geführt.

Seit etwa 1500 standen nun auch brauchbare Schußwaffen zur Verfügung, die in ihrer Reichweite und Durchschlagskraft die Armbrust weit übertrafen. An Stelle der Rüstungen, die häufig zu Verwechslungen führten, kamen leicht gepanzerte Waffenröcke und leichte Helme. Die Erfindung des Schießpulvers führte zu einer Revolutionierung der Kriegstechnik auf die Schlachtfeldern mit dem Einsatz von Handfeuerwaffen und der Artillerie. Diese Waffen brachten es mit ihren gußeisernen Kugeln und für damalige Zeiten extremen

Reichweite von mehreren tausend Metern auf eine gewaltige Durschlagskraft, der die alten, im Mittelalter gebauten, Stadtmauern und Burgen nicht mehr gewachsen waren. Durch solch ein technisches Aufgebot war es nicht mehr möglich im Kriegsfall un- oder nur schlecht ausgebildete Bauern zu rekrutieren. Es verlangte nach Berufssoldaten. Dies hatte wiederum den Nachteil, dass es mit der Moral und der Loyalität nicht weit her war. Das Wechseln der Fronten war ebenso Sitte, wie das Plündern der befreundeten Stadt bei ausbleibendem Sold. Hatte es im ganzen Mittelalter kein deutsches Heer gegeben das 10.000 Mann überschritt so waren im 30jährigen Krieg sogar bis zu 100.000 Mann keine Seltenheit. Technik, Verständnis von Taktik und Wirtschaft wirkten in einer solch perfekten Konstellation aufeinander ein, dass alles zu einer maximalen Verlängerung des Krieges beitrug. Schon im späten Mittelalter bildeten sich reiche Handelshäuser wie die Fugger, die Kaiser und König mit Krediten unter die Arme halfen.

Es mussten Unmengen von Waffen und Kleidungen teils in Manufaktur-betrieben hergestellt werden.

Die Heere wurden immer von einem Tross von Menschen begleitet, meist mehrmals so groß wie die Armee selbst und der versuchte aus der Situation irgendeinen Profit zu schlagen. Der Tross bestand meist aus Gaukler, Köche, Wäscherinnen, Schneider, Waffenschmiede, Büchsenmacher, Alchemisten, Prostituierte, Geistliche, Spieler, Händler, Ärzte und Betrüger. Ihre Beweggründe waren unterschiedlich, doch viele sahen keine Perspektiven mehr, in ihrer alten, geplünderten Heimat zu bleiben und vor Hunger zu sterben.

Im westfälischen Frieden zahlt das geschwächte Reich die Zeche. Die Schweiz und die Niederlande scheiden formell ans dem Reich aus.

Spanien verlor nicht nur die Niederlande endgültig, sondern auch seine Stellung als Großmacht. Österreich verlor kaiserlichen Einfluss an die Fürsten, und auch die angestrebte religiöse Einheit wurde nicht erreicht.

Der Sundgau, zehn elsässische Reichsstädte sowie Breisach als Brückenkopf kommen an die Krone Frankreichs. Erzherzog Ferdinand Karl erhält den Breisgau und die Ortenau zurück, muss jedoch an Frankreich das Elsass, den Sundgau und die Stadt Breisach abtreten. Dabei soll Frankreich den reichs-unmittelbaren Ständen, wie den Reichsstädten, ihre Freiheiten belassen. Die Nachfolger Richelieus bezeichnen den Westfälischen Frieden als einen der schönsten Juwelen in der französischen Krone. Frankreich hingegen wurde zum mächtigsten Land Europas.

Die neue Großmacht Schweden erwarb Vorpommern und das Herzogtum Bremen mit Verden. Mit seinen deutschen Besitzungen wird Schweden Reichsstand. Nicht so Frankreich, sieht es doch die im Westen vom Reich abgetrennten Gebiete bereits als die seinen an, eine Ansicht, der die vertragschließenden Parteien nicht widersprechen.

Durch die Feldzüge wurden ganze Landstriche verheert und entvölkert. Der zunächst religiös motivierte Krieg wandelte sich im Laufe der Jahre zu einem politischen Machtkampf der damaligen Großmächte. Mit dem Friedensschluss wurden das protestantische und das römisch-katholische Glaubensbekenntnis als gleichberechtigt anerkannt. In Folge hing die Konfession eines Landes zumeist von der des jeweiligen Herrschers ab.

Die Folgen für das Heiligen Römischen Reiches waren gewaltig. Die Landesfürsten erlangten fast völlige Souveranität. Damit ist das verbleibendes Monstrum aus fast 300 Einzelterritorien schließlich unregierbar. Der Titel des Kaisers war nun kaum noch mehr als ein Ehrentitel, auch wenn die Habsburger ihn noch bis 1806 führten.

Der Krieg endete ohne wirklichen Sieger. Weit mehr als bei allen früheren und späteren Kriegen war praktisch die gesamte deutsche Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen worden und hatte sich von 17 auf 8 Millionen mehr als halbiert.

Nach dem Krieg war die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordung in Deutschland zerstört. Aus den einzelnen Staaten in Deutschland entwickelten sich eigenständige Zwergstaaten auf deutschem Boden, die durch Handel, und Verbündete aus dem Ausland bald wieder an Reichtum gewannen. Nach den Entbehrungen des Krieges schwappte jetzt die barocke Welle von Frankreich und Italien nach Deutschand über. Ein neues Lebensgefühl entstand.

Es beginnt das FRANZÖSISCHE ZEITALTER. England erlebt ebenfalls einen Höhenflug und erobert die Weltmeere.

Spanischer Musketier


Die Passstraße von Gersfeld führt über die Schwedenschanze nach Bischofsheim.

Die Schweden hatten sich eine exakte vermessene Sternschanze etwas unterhalb der dortigen Gaststätte nach Ingenieurskunst gebaut. Die Schweden bauten sich nach der verlorenen Schlacht bei Nördlingen Stellungen wie die Schwedenschanze bei Gersfeld oder bei Elfershausen.

Wahrscheinlich besaßen sie Hütten, denn einmal am Ende des Krieges nahmen sie sich drei Bettlaken von einer Familie in der Gegend woraufhin der Territorialherr dies der Familie bezahlte.

Es gibt Berichte wonach während des Dreißigjährigen Krieges 80% der Rhöner Bevölkerung ihr Leben verlieren und zahlreiche Dörfer verwüsten.


Bruderkrieg 1866

Im österreichisch-preußischen Bruderkrieg fand am 10 Juli 1866 im Ort ein Straßenkampf statt, bei dem vier bayerische Infanteristen fielen. In einem Fensterladen des Fachwerkhauses Schlossstrasse 16 fand man davon noch eine Kugel. Nach dem verlorenen Krieg mußte Bayern das Bezirksamt Gersfeld und das Landgericht Orb an Preußen abtreten.

Für die drei gefallenen Bayern wurde 1891 auf dem Friedhof Aschach ein Denkmal errichtet.

Bei den Kämpfen von Kissingen und Hammelburg hatten am 10 Juli 1866 die Verbündeten Österreichs Aschach mit dem einzigen Bataillon das sich noch auf dem rechten Saaleufer befand geräumt und die letzte unversehrte Saalebrücke verbarrikardiert. Wegen des für die Bayern verheerenden Gefechtsverlaufs in Kissingen setzte sich das Bataillon 5/15 über Aschach in Richtung Steinach ab, wobei die Nachhut noch von den anrückenden Preußen beschossen wurde. Die 1. Schützen-Kompagnie des 15. Regiments war zur Sicherung der Kleinbracher Brücke eingesetzt worden und konnte nicht schnell genug mitziehen und stieß deshalb am östlichen Dorfrand auf die Preußen. Unter heftigem Schußwechsel und Verlusten erreichten sie die Saale, die sie auf Balken überschritten und gelangten zu einem Bataillon das sich über Bocklet nach Niederlauer zuückzog. Das preußische Bataillon hatte nur 2 Verwundete zu beklagen, während die Verluste bei den Bayern 3 Tote, 6 Verwundete und 31 Gefangene waren.

Der Zweite Weltkrieg

Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Wirtschaft nach Osten ausgerichtet. So machte die Brauerei Werner 50 % ihres Umsatzes in der ehemaligen DDR. Kugelfischer in Schweinfurt exportierte 40 % der Produktion nach Rußland. Neben den wirtschaftlichen Verbindungen gab es enge kirchliche , kulturelle und verwandschaftliche Beziehungen.

Der Schweinfurter Raum gehörte vor der Schlacht an der Unstrut im Jahre 531 zum Thüringer Reich.

Die Rhön war schon immer Grenzgebiet und nur wenige Strassen führten über die Hohe Rhön. In der Rhön grenzen Thüringen, Hessen und Bayern aneinander. Vor der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war hier der Zonenrandgebiet.

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges war das Schloß Hauptquartier des Feldmarschalls von Kleist geworden, danach diente es für etwa 100 amerikanische Soldaten als Unterkunft. Die Saalebrücke wurde durch den Volkssturm in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1945 gesprengt. Am nächsten Morgen kamen die Amerikaner von Burkardroth her ins Dorf. In der Von-Henneberg-Straße in der Nähe der Kirche hatte man Barrikaden errichtet. Vier deutsche Soldaten und eine Zivilistin kamen in Aschach ums Leben.

Die amerikanischen Soldaten trafen auf Widerstand in Steinach und Windheim, woraufhin der zerstörerische Kampf um Steinach entbrannte.

Hier sei auf das Buch‚ Chronik von Steinach an der Saale’ von Oskar Dünisch hingewieseen.

Die wichtigsten Kriegshandlungen mit den Amerikanern sind in einer Tabelle West- und Italienfront aufgeführt.

In Aschach fuhren die amerikanischen Soldaten auch bei Geis in den Hof und verlangten Essen, sie waren 8 Tage hier. Ein Panzer der Amerikaner war auf dem Promenadenweg am Eichelberg abgestürzt und im Gereuth brach ein Waldbrand aus, den die Amerikaner selbst bekämpften.

Als mahnendes Zeichen der jüngsten Rhön-Geschichte befindet sich an der B19 zwischen Eußenhausen und Henneberg ein ehemaliger Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen und ein Freilichtmuseum mit Grenzbefestigungen des Eisernen Vorhangs. Eine anderer Ausstellung findet man im Point Alpha bei Rasdorf.

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Baugeschichte

In der Denkmalliste zu Aschach sind folgende Objekte aufgenommen:

8 Bildstöcke, 6 Steinkreuze, 1 Immaculata, 2 Pietàs, 2 Marienfiguren, 1 Nepomuk-Figur, 3 Heiligenhäuschen, klassizistische Grabmäler auf dem Friedhof und 9 Fachwerkhäuser

Kath. Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, Wandpfeilerbau, begonnen 1447, Anfang 17. Jh. umgestaltet; mit Ausstattung.

Siegfriedsäule, ‚Kriegerdenkmal’ für Deutsch-französischen Krieg 1870/71, 1911 von Balthasar Schmitt; Von-Henneberg-Straße, Ecke Ringstraße.

Schloss, Wohn- und Einfahrtsflügel, beide mit Treppengiebeln, bez. 1573 bzw. 1537; mit Ausstattung; Turm- und Ringmauerreste; Wirtschaftsgebäude; Schulmuseum, ehem. fürstbischöfliches Forsthaus, 1774; Schlosspark.

Museumsdepot, ehem. Schlossmühle, zweigeschossiger Satteldachbau, Sandstein, Fachwerkgiebel, 17./18. Jh.

Typ. Gewerbebetriebe im Ort:

Am Ortsausgang Richtung Burkardroth steht noch das alte Brennöfele.

Früher wurde der Kalk in kleinen Kalkbrennereien gebrannt und von den Handwerkern auf Vorrat eingesumpft.

Das Badergewerbe das es hier gab und worauf noch die Straßenbezeichnung Badersgasse hinweist gehörte zu den öffentlichen Sonderrechten und war am Ort des Gewerbes gebunden.

1460 gab es die erste Brauerei in Aschach. Sie bestand bis zum Jahr 1920.

Aschach wurde mit fürstbischöflichen Dekret „auf Ansuchen des Schultheißen des Gerichtes und der Gemeinde Waldaschach“ am 14.November 1698 zum Markt erhoben. Es wurde „zum Besten seiner gedeihlichen Aufnahme“ mit fünf Jahr- und Viehmärkten privilegiert.

Die Badersgasse

Das Badergewerbe das es hier gab und worauf noch die Straßenbezeichnung Badersgasse hinweist gehörte zu den öffentlichen Sonderrechten und war am Ort des Gewerbes gebunden.

Badersgasse und Baderswiese sind Namen, die auf den Bader Bezug haben. In dem Gässchen zwischen dem Schloß und der Kirche wohnte der Bader. Vielleicht war in seinem Hause eine Badestube in der man gegen Entrichtung des Badpfennigs baden konnte. In der Baderei war ein Gewerbe zur Gesundheits- und Schönheitspflege.

Ein Bader durfte sich nur in solchen Ortschaften niederlassen, die „mit der Badestuben Gerechtigkeit gefreyet" waren. Zu den Rechten und Pflichten gibt uns eine Beschreibung aus einer sächsischen Stadt Auskunft: „Er darf an seiner jedesmaligen Wohnung sogenannte Schau- oder Spiegelbecken aushängen, kann Gesellen halten und Junge lehren, darf baden, schröpfen und zur Ader lassen, balbieren, Haar abschneiden. Zähne ziehen und putzen, Wunden heilen und verbinden, Pflaster und Salben fertigen und verkaufen, auflegen, anstreichen und abtun, Medicamente, insofern diese zum Baden oder zur Chirurgie gehören, laborieren, kaufen. wiederum verlassen, aus- und eingehen, allerlei Bandagen, Ligaturen und Instrumente bereiten und applizieren, allerhand chirurgische und Bader-Operations verrichten, jedoch bei seltsamen und gefährlichen Fällen den Rat unseres Amts-Stadt- und I.and-Physikus einzuholen."

Die Pflichten des Baders werden wie folgt aufgeführt: „Der Bader soll vor allen Dingen vor dem einigen großen Gott unsträflich wandeln, sich befleißigen, allzeit nüchtern und wachsam zu sein, sich gute chirurgische Bücher anzuschaffen, mit bester Attention darinnen fleißig lesen und nachdenken, seine Patienten wohl abwarten. Ohne Not darf er keine Nacht außer seinem Hause bleiben. Er muss die einem wohlinstruierten Chirurgo und Bader nötigen Instrumente, Emplastra, Unguenta und Medicamente sich anschaffen und allstens und brauchbar dienstsamer Bereitschaft halten. Er soll auch darauf beste Aufsicht halten, wenn einige Kranke, deren Schäden oder Krankheiten andere gesunde infizieren sollten, sich dieses unserem obgedachten Physiko und dem Amte anzeigen. Wenn es sich zutrüge, dass verdächtige Wunden und Stöße oder Fälle ihm zu Handen kämen, welche von Duell oder anderen Zweikampf herzuführen scheinen (bei letzteren solches unter schwerer Strafe), so er soll solches alsbalden anzeigen und dergleichen Patienten nicht von dannen lassen, sondern zum Arrest bringen. Wenn ihm an Hochzeiten den ersten Tag abends ein Kuchen und eine Wasserkanne von sieben bis acht Maß Bier aus dem Hochzeitshause ad domum gebracht und es verlangt wird, muss er des folgenden Tages alle Hochzeitsgäste, wer es begehrt, ohne Entgelt balbieren. Endlich darf er bei keiner Kur und Vorfallenheit die Leute mit übermäßigen Gebühren angehen, sondern in alle Wege sich der Billigkeit bescheiden und Armen umsonst dienen und helfen. Vor solch Privileg hat er jährlich in unserer Rentnerei vier Gulden zu bezahlen.

Im Gewerbe des Baders vereinigten sich also die Tätigkeit des Bademeisters, eines Barbiers, eines Apothekers und eines Wundarztes oder Chirurgen. Wie es freilich mit der nur handwerksmäßig erlernten und betriebenen ärztlichen Kunst bestellt war, übertrifft oft die primitivsten Vorstellungen. Neben der noch arg in den Kinderschuhen stehenden Heilkunde betrieb man Quacksalberei, und wenn gar nichts mehr half, hielt man sich an abergläubische „Besprechungen" der Krankheiten.

In der Badergasse befand sich auch eine Hilfsmühle die früher zum Schloss gehörte an der Aschach.

Von der Aschach zweigte auch ein Wasserlauf ab der entlang der Gasse verlief und neben der Schloßstraße in einem Stollen bis zur ehemaligen fürstbischöflichen Brauerei und danach wieder in einem Graben an der Brücke in die Saale floss.

Einwohnerzahlen Aschachs:

Jahr: 1574 1618 1623 1673 1703 1731 1748 1768 1800 1815 1834

Einw.: 478 603 630 453 352 465 469 504 678 635 696

Jahr: 1871 1878 1880 1891 1900 1942 1974 1978 1982 1995 2004

Einw.: 817 841 881 789 763 661 869 777 889 992

Die Seelen-Conscription von 1798 ergab für Aschach mit seinen 28 Dörfern 9354 Seelen. Für das Fürstentum mit 755 Dörfern und 37 Städten 262 409 Seelen.

Im Jahre 1652 hatte das fürstlichen Hochstift in Aschach 101 Untertanenhäuser.

Für Kissingen nimmt man für die Zeit um 1500 etwa 650 Einwohner an.

Einwohner 1830:

Aschach 698

Bocklet 368

Großenbrach 288

Hohn 232

Steinach 572

Roth 172

Nickersfelden 119

Kissingen 1213

Münnerstadt 1337

Aschach hatte nicht wie andere Städte eine Mauer, da es ja das Schloss gab, in das man sich bei Gefahr flüchtete. Ja selbst die Kissinger suchten es im 30-jährigen Krieg auf.

In Aschach gibt es aber einige mauerbewehrte Güter und einen hohen Mauerring um die Kirche. Mauern mit dem für die Barockzeit charakteristischen halbrunden Kopf gibt es an der Oberen Mühle, an der Einmündung vom Neusetz in die Schlossstraße, am Kindergarten und beim Fachwerkhaus Schlossstr. 16..

Zur Wasserversorgung gab es eine 1 km lange hölzerne Leitung

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Galerie

Gebäudebestandsplan Aschach um 1860


Ehem. Brauerei/keller

Aschach früher


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Sagen

Das Pfisterhaus – ein Pfahlbau

„Das Pfisterhaus zu Aschach trägt folgende Inschrift aus dem Jahre 1554: ‚Durch absterben des Edlen und ernvesten Hansen von Beringen seilligen gedechtnus sind dieser güter dem Stift vermant (vermannt) und heimgefallen‘. Unter diesen an den Bischof von Würzburg als an den Lehensherrn heimgefallenen Gütern sind zu verstehen: ‚eine viereckige Behausung und Hauswohnung samt Wassergraben, Hofreiten, Scheuern, Stallungen und Garten‘, sowie 15 Morgen Wiesen und 53 Morgen Artacker auf Aschacher Markung. All diese Besitzungen verkaufte Bischof Friedrich 1559 um 1400 Gulden an des Erblassers Schwiegersohn, den damaligen fürstlichen Amtsschreiber, späteren Keller und Verfasser des ersten Aschacher Salbuchs, Peter Beimer. Alle Umstände weisen darauf hin, daß die Beringer Behausung keine andere war als das erwähnte Pfisterhaus, das älteste Haus in Aschach, von dem sich das Volk erzählt, dass es auf Pfählen erbaut worden und an seiner Stelle ein See gewesen sei.

Der Schäfer vom Aschacher Altenberg

Dem altertümlichen mächtigen Schlosse von Aschach gegenüber erhebt sich ein Berg mit lang hinziehendem Rücken, der Altenberg. Mag sein, dass dort oben einst eine Burg stand, die viel älter war als das heutige Schloss und darum den Namen Altenburg trug, woraus später der Name Altenberg entstanden sein kann. Greise aus der Gegend erzählten, dass vor nicht allzu langer Zeit noch Überreste von Steinmauern vorhanden gewesen seien. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Die Alten wissen auch eine Sage aus vergangenen Zeiten.

Einst hütete ein Schäfer am Altenberg seine Herde. Sinnend stützte er sich auf seinen Stock und blickte nach den fernen Rhönbergen im Norden hin. Plötzlich merkte er, dass der Stock im Boden nachgab, als wäre er von einem harten Gegenstand abgeglitten und in weicheres Erdreich eingedrungen. Ärgerlich bohrte er im Boden nach und förderte einen Schlüssel zu Tage. Er hob ihn auf, betrachtete neugierig die sonderbare Gestalt und Form, reinigte ihn und dachte dabei, wohin dies alte Eisen wohl einmal gepasst haben konnte. Da erblickte er ganz unerwartet eine Tür und von einem unerklärlichen Drang getrieben, ging er zur Tür und versuchte den gefundenen Schlüssel in das alte Türschloss einzuführen. Es gelang. Und schon sprang die Türe, von unsichtbarer Hand bewegt, vor ihm auf und er blickte in einen langen Gang, der von einem geheimnisvollen Licht erhellt war. Schon wollte er den Fuß hineinsetzen und nach dem Lichte forschen. Da packte ihn eine derartige Furcht, dass er zitterte und nicht weiterzugehen wagte. Er ließ seine Herde im Stich und eilte nach dem Dorfe, um Leute herbeizuholen. Als diese ankamen, war weder Tür noch Schloss mehr zu sehen und die Leute lachten den furchtsamen Schäfer aus. So hatte er nicht nur sein Glück verscherzt, sondern musste auch noch manchen Spott deswegen leiden.

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Links

www.badkissingen.de
www.kissingersommer.de
www.landkreis-badkissingen.de
www.rhoen-saale.net
www.rsg-bad-kissingen.de
www.rhoenline.de
www.naturpark-rhoen.de/main/
www.amnesty-international

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