Aschach in der Rhön – Wissenswertes und Historisches

Der Canyon von Bad Bocklet – die Schlucht in Aschach

Blick in die Schlucht am Bumert von oben herab. Wie beim Colorado River in den USA hatte auch hier sich das Wasser in die Bruchzonen im Gestein eingegraben. Die Schlucht hat bei der Verrohrung des Grabens jedoch nur etwa 70 Meter Breite gegeüber minimal 6 km beim Grand Canyon.

1. Bürgermeister Andreas Sandwall nannte die Schlucht, wegen dem tiefen Geländeeinschnitt den Canyon von Bad Bocklet. Die Schlucht am westlichen Ortsrand Aschachs am Höllweg ist gemessen ab OK Absturz des Entwäs- serungsgragrabens bis zum flacher verlaufenden Graben am Fuß der Schlucht über 40 Meter hoch und hat eine Länge von 150 m.

Der Wanderweg und die anschließende Treppenanlage führt durch die Schlucht und wurde etwa 1970 von der Gemeinde angelegt.

Die Entstehung liegt weit in der Erdgeschichte zurück und im Laufe der Zeit hat sich das oberhalb der Schlucht ansammelnde Wasser immer tiefer in den Felssandstein eingegraben. Dort wurde auch um das Jahr 1922 Steine für einen Wohnhausbau aus dem Fels herausgebrochen.

Wahrscheinlich ist dort das Gestein durch Bewegungen der Erdkruste gerissen und dadurch weniger widerstandsfähig und eindringendes Oberflächenwasser hat bei Frost zu Verwitterungsprozessen geführt.

Wir im Bäderland Bayerische Rhön verdanken den tektonischen Prozessen in der Erdkruste in der Vorderrhön neben der Aschacher Schlucht noch unsere besonderen Heilquellen. Das Deckgebirge der Rhön ist besonders durch die Alpen-Gebirgsbildung vor etwa 6 Millionen Jahren ein paarmal zerbrochen worden. Das war eine Großtektonik die auch die Kissinger-Haßfurter-Störungszone – die sich von der Rhön bis zum Bayerischen Pfahl (150 km langer Quarzgang im Bayerischen Wald) hinzieht – entstehen ließ.

Ausschnitt aus Umweltkarte im Bayernatlas mit Darstellung der Gesteinsformationen zwischen Bauersberg und Marktberg (der rote Punkt kennzeichnet einen Aufschluss im Steinbruch der Schlucht). Die beiden schwarzen Linien sind Verwerfungen im Gestein (sichtbar z. Bsp. am Rand des braun gefärbten Felssandstein-gebiets, der an der Verwerfungs-linie einen Versatz aufweist, d. h. Gesteinsbereiche sind gegeneinander versetzt).

Teil dieser geologischen Störungen und Gesteinsverwerwerfungen ist der nahegelegene Stralsbacher Graben bei dem Muschelkalk in einem Graben inmitten des Buntsandsteingebietes vorkommt. Grabenbrüche entstehen, wenn die Erdkruste durch verschiedene Ursachen gedehnt wird.

Parallel zu dieser Verwerfung verlaufen nebeneinander auch zwei Störungen (sh. Karte; bis zum Bach Aschach im Neusetz am sogenannten Bumert und am Bauersberg. Diese Störungen im Gestein (Bewegungen und Risse) können auch auf die Ablaugung des Zechsteins – Ablagerungen u. a. von Anhydrit und Salze vor über 250 Millionen Jahren – im Untergrund zurückgeführt werden.

Kartenausschnitt der Bayerischen Vermessungsverwaltung mit dem Geländerelief mit Höhenlinien und dem Weg durch die Schlucht. Erreichbar über die Straßen Neusetz und Höllweg od. über den Rhön-Rundweg/Bad Bocklet 4 (rote Linie; Start: Schlossparkplatz od. Premicher Straße).

Ein großes Auslaugungsgebiet liegt hier in der Großenbracher Flur in Bad Bocklet. Dieses Zechsteinsalzlager entstand als sich vor ca. 270 Millionen Jahren als sich in der Gegend zwischen Bad Kissingen und Meiningen eine tiefste Stelle bildete und vom Meer überflutet wurde und mehrmals eintrocknete. Die Alpen sind vor 50, die Rhön vor 30 und das Saalebett vor rund 1 Million Jahren entstanden.